Als Kameramann steht Fabian Gamper selten selbst im Mittelpunkt – seine Arbeit ist dafür umso sichtbarer. Mit seiner Bildgestaltung für „In die Sonne schauen“ von Mascha Schilinski erreichte der Schweizer Kameramann 2025 die internationale Festivalbühne in Cannes. Der Film gewann dort den Jury-Preis und wurde später mit weiteren wichtigen Auszeichnungen bedacht. Für Gamper folgten 2026 unter anderem die Goldene Lola für Beste Kamera/Bildgestaltung beim Deutschen Filmpreis und der Bayerische Filmpreis für Bildgestaltung.

KategorieDetails
NameFabian Gamper
Geburtsdatum28. Januar 1985
GeburtsortAarau, Schweiz
NationalitätSchweizer
BerufKameramann / Director of Photography
AusbildungBachelor of Arts in Film, Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), 2010
Weitere AusbildungKameraführung/Bildgestaltung an der Filmakademie Baden-Württemberg
KarrierebeginnZunächst als Kameraassistent bzw. Zweitkameramann tätig
Erster Langspielfilm als KameramannDie Tochter (2017)
Bekannte ArbeitenDie Tochter, Freibadsinfonie, Viva Forever, Der Junge, dem die Welt gehört, In die Sonne schauen
Wichtiger ErfolgDeutscher Kamerapreis 2018 für Freibadsinfonie
Weitere AuszeichnungenSilver Frog 2025, Deutscher Filmpreis 2026, Bayerischer Filmpreis 2026
EhefrauMascha Schilinski, Regisseurin
WohnortBerlin


Frühes Leben und Ausbildung

Fabian Gamper wurde am 28. Januar 1985 in der Schweiz geboren. Seine akademische Ausbildung begann an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), wo er Film studierte und 2010 einen Bachelorabschluss erwarb. Anschließend arbeitete er zunächst als Zweitkameramann bei verschiedenen Spiel- und Fernsehproduktionen. Diese praktische Erfahrung bildete eine wichtige Grundlage für seine spätere Tätigkeit als Director of Photography.

Danach setzte Gamper seine Ausbildung an der Filmakademie Baden-Württemberg mit Schwerpunkt Kameraführung fort. Dort vertiefte er seine Kenntnisse in der visuellen Gestaltung und entwickelte sein Profil als Kameramann weiter. Heute lebt Gamper in Berlin und arbeitet an Spiel- und Kurzfilmen sowie weiteren audiovisuellen Projekten.

Der Weg zum Spielfilm-Kameramann

Bevor Fabian Gamper bei großen Kinoproduktionen für die Bildgestaltung verantwortlich war, sammelte er Erfahrungen in unterschiedlichen Funktionen der Kamera- und Lichtarbeit. In seiner frühen Filmografie finden sich unter anderem „Insel 36“, „Die Katze“, „Mayday Relay“ und „Freibadsinfonie“.

Sein erster Spielfilm als verantwortlicher Kameramann war „Die Tochter“, der internationale Titel lautet „Dark Blue Girl“. Regie führte Mascha Schilinski. Der Film feierte 2017 bei der Berlinale in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ seine Weltpremiere und wurde anschließend auf mehr als 40 Festivals gezeigt.

„Die Tochter“ war damit nicht nur ein wichtiger Schritt für Schilinski als Regisseurin, sondern auch ein frühes großes Projekt für Gamper als Kameramann. Die Zusammenarbeit mit Schilinski setzte sich in späteren Jahren bei weiteren Filmproduktionen fort.

Deutscher Kamerapreis für „Freibadsinfonie“

Einen frühen wichtigen Erfolg feierte Fabian Gamper bereits 2018. Für seine Kameraarbeit an „Freibadsinfonie“ von Sinje Köhler erhielt er den Deutschen Kamerapreis. Der poetische Kurzfilm wurde in Schwarz-Weiß realisiert und gehörte zu den Arbeiten, mit denen Gamper seine eigene visuelle Handschrift weiter entwickelte.

Der Preis war für seine Karriere besonders relevant, weil Gamper damit schon einige Jahre nach seinem Filmstudium eine bedeutende Auszeichnung für Bildgestaltung erhielt. 2026 wurde er erneut mit dem Deutschen Kamerapreis ausgezeichnet – diesmal für seine Arbeit an „In die Sonne schauen“.

Zusammenarbeit mit Mascha Schilinski

Eine der wichtigsten kreativen Partnerschaften in Gampers Karriere ist die Zusammenarbeit mit Mascha Schilinski. Nach „Die Tochter“ arbeitete er erneut mit der Regisseurin an „In die Sonne schauen“, international als „Sound of Falling“ bekannt. Das Drama erzählt über mehrere Zeitebenen hinweg von vier Mädchen und einem Bauernhof in der Altmark.

Die Zusammenarbeit ist auch persönlich geprägt: Fabian Gamper und Mascha Schilinski sind verheiratet. Diese Information wird sowohl bei filmportal.de als auch auf Gampers eigener Website bestätigt.

Bei „Sound of Falling“ ging Gamper bei der Bildgestaltung bewusst einen ungewöhnlichen Weg. In einem Interview beschrieb er, dass die visuelle Sprache des Films eher an Erinnerungen und innere Bilder erinnern sollte als an eine klassisch erzählte Filmwelt. Zum Einsatz kamen unter anderem verschiedene Effektobjektive und eine Pinhole-Kamera, um unterschiedliche Bildwirkungen zu erzeugen.

„In die Sonne schauen“ und der internationale Durchbruch

Mit „In die Sonne schauen“ erreichte Fabian Gamper einen neuen Höhepunkt seiner Karriere. Mascha Schilinskis Film wurde 2025 im Wettbewerb des Festival de Cannes gezeigt und gewann dort den Jury-Preis. Gamper war für die gesamte Bildgestaltung verantwortlich.

Der Film arbeitet mit mehreren Zeitebenen und verbindet die Lebensgeschichten von vier Mädchen, die auf demselben Hof leben. Die Kamera musste deshalb nicht nur unterschiedliche historische Perioden abbilden, sondern auch eine visuelle Verbindung zwischen den verschiedenen Erzählsträngen schaffen. Gamper entwickelte dafür eine Bildsprache, die bewusst mit Erinnerung, Wahrnehmung und Zeit arbeitet.

Die internationale Anerkennung setzte sich nach Cannes fort. „In die Sonne schauen“ wurde unter anderem für die Oscar-Shortlist 2026 in den Kategorien International Feature Film und Cinematography berücksichtigt. Gamper erhielt beim renommierten EnergaCAMERIMAGE-Festival 2025 den Silver Frog für seine Kameraarbeit. Zudem wurde er für den Europäischen Filmpreis als European Cinematographer nominiert.

Deutscher Filmpreis 2026

Das Jahr 2026 wurde zu einem der erfolgreichsten Jahre in Fabian Gampers bisheriger Karriere. Für „In die Sonne schauen“ gewann er beim Deutschen Filmpreis 2026 die Lola für Beste Kamera/Bildgestaltung. Der Film selbst erhielt insgesamt zehn Lolas und gehörte damit zu den großen Gewinnern der Preisverleihung.

Auch beim Deutschen Kamerapreis 2026 wurde Gamper für „In die Sonne schauen“ ausgezeichnet. In der Kategorie Beste Kamera/Fiktion Kino erhielt er den Preis. Damit gewann er den Deutschen Kamerapreis zum zweiten Mal, nachdem er bereits 2018 für „Freibadsinfonie“ ausgezeichnet worden war.

Bayerischer Filmpreis 2026

Eine weitere wichtige Ehrung folgte beim 47. Bayerischen Filmpreis. Fabian Gamper erhielt den Preis für Bildgestaltung für „In die Sonne schauen“. Die Jury würdigte dabei unter anderem die besondere Balance der Bildsprache zwischen Nähe und Distanz sowie zwischen Beobachtung und Empfindung.

Damit gehört Gamper zu den Kameraleuten, die 2026 für dieselbe Produktion gleich bei mehreren bedeutenden deutschen Filmpreisen ausgezeichnet wurden. Neben dem Bayerischen Filmpreis und der Lola kam der zweite Deutsche Kamerapreis hinzu.

Weitere Filme und Projekte

Fabian Gamper hat neben seinen Arbeiten mit Mascha Schilinski auch mit anderen Regisseurinnen und Regisseuren zusammengearbeitet. Zu seinen dokumentierten Projekten gehören „Viva Forever“ von Sinje Köhler, „Der Junge, dem die Welt gehört“ von Robert Gwisdek sowie verschiedene Kurzfilme und Musikvideos.

Bei „Der Junge, dem die Welt gehört“ setzte Gamper seine Zusammenarbeit mit Robert Gwisdek fort, die laut seiner offiziellen Biografie 2021 begann. Auch die Rammstein-Musikvideos „Zeit“ und „Angst“ gehören zu seinen Arbeiten als Kameramann.

Zu seinen weiteren dokumentierten Arbeiten zählen „Tilt“, „Jemand und Niemand“, „Mein ist die Rache“, „Douze“ und „Morgen war Krieg“. Seine Filmografie umfasst damit sowohl Kinofilme als auch Kurzfilme, Fernsehprojekte und Musikvideos.

„Sound of Falling“ und Gampers Arbeitsweise

Die Kameraarbeit an „Sound of Falling“ gibt einen besonders guten Einblick in Gampers Arbeitsweise. Für den Film wurde über 33 Drehtage gearbeitet. Gamper und sein Team wollten eine natürliche Beleuchtung mit einer zugleich geheimnisvollen Atmosphäre verbinden. Gerade bei den Innenaufnahmen sollte das Licht so wirken, als käme es tatsächlich aus dem alten Bauernhaus.

Auch bei der Wahl der Objektive experimentierte das Team. Neben verschiedenen Effektobjektiven wurden Cooke S2/S3-Objektive verwendet. Die Kombination aus Kamera, Objektiven, Licht und Farbgestaltung sollte die Erinnerungsebene des Films unterstützen. Gampers Aussagen machen deutlich, dass die Kamera bei diesem Projekt nicht lediglich dokumentieren, sondern selbst Teil der Erzählweise sein sollte.

Privatleben

Über sein Privatleben ist vergleichsweise wenig öffentlich dokumentiert. Bekannt ist, dass Fabian Gamper mit Mascha Schilinski verheiratet ist und in Berlin lebt. Schilinski ist als Regisseurin unter anderem für „Die Tochter“ und „In die Sonne schauen“ bekannt.

Weitere persönliche Angaben, etwa zu Eltern, Geschwistern oder anderen Familienmitgliedern, sind in den maßgeblichen öffentlich zugänglichen Quellen nicht ausreichend dokumentiert. Deshalb lassen sich hierzu keine belastbaren Aussagen treffen.

Net Worth

Eine seriöse, öffentlich belegte Schätzung zum Vermögen von Fabian Gamper liegt nicht vor. Angaben zu seinem Einkommen oder Privatvermögen werden daher nicht als Fakten dargestellt.

Interessante Fakten über Fabian Gamper

  1. Fabian Gamper wurde 1985 in der Schweiz geboren.
  2. Er studierte Film an der Zürcher Hochschule der Künste und später Kameraführung an der Filmakademie Baden-Württemberg.
  3. Sein erster Spielfilm als Kameramann war „Die Tochter“ (2017) von Mascha Schilinski.
  4. 2018 gewann er den Deutschen Kamerapreis für „Freibadsinfonie“.
  5. Für „In die Sonne schauen“ gewann er 2026 die Lola für Beste Kamera/Bildgestaltung.
  6. Für denselben Film erhielt er 2026 den Bayerischen Filmpreis für Bildgestaltung und den Deutschen Kamerapreis.
  7. „In die Sonne schauen“ gewann 2025 den Jury-Preis in Cannes.
  8. Beim EnergaCAMERIMAGE 2025 wurde Gamper mit dem Silver Frog ausgezeichnet.

Häufig gestellte Fragen zu Fabian Gamper

Wer ist Fabian Gamper?

Fabian Gamper ist ein Schweizer Kameramann, der vor allem für seine Arbeit an Spiel- und Kurzfilmen bekannt ist. Er arbeitet als Director of Photography und lebt in Berlin.

Wann wurde Fabian Gamper geboren?

Fabian Gamper wurde am 28. Januar 1985 in der Schweiz geboren.

Wo hat Fabian Gamper studiert?

Er studierte Film an der Zürcher Hochschule der Künste und absolvierte anschließend eine Ausbildung im Bereich Kameraführung an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Für welche Filme ist Fabian Gamper bekannt?

Zu seinen bekannten Arbeiten gehören „Die Tochter“ („Dark Blue Girl“), „Freibadsinfonie“, „Viva Forever“, „Der Junge, dem die Welt gehört“ und „In die Sonne schauen“ („Sound of Falling“).

Welche Auszeichnungen hat Fabian Gamper gewonnen?

Gamper gewann unter anderem den Deutschen Kamerapreis 2018, den Silver Frog 2025 bei EnergaCAMERIMAGE, den Deutschen Filmpreis 2026 für Beste Kamera/Bildgestaltung, den Deutschen Kamerapreis 2026 und den Bayerischen Filmpreis 2026 für Bildgestaltung.

Ist Fabian Gamper mit Mascha Schilinski verheiratet?

Ja. Fabian Gamper ist mit der Regisseurin Mascha Schilinski verheiratet. Die beiden haben bei mehreren Filmprojekten zusammengearbeitet, darunter „Die Tochter“ und „In die Sonne schauen“.

Welcher Film machte Fabian Gamper besonders bekannt?

Ein wichtiger früher Meilenstein war „Die Tochter“, der 2017 bei der Berlinale uraufgeführt wurde. Einen besonders großen internationalen Erfolg erreichte er später mit „In die Sonne schauen“, der 2025 in Cannes den Jury-Preis gewann und 2026 zahlreiche deutsche Filmpreise erhielt.

Fazit

Fabian Gamper hat sich vom ausgebildeten Filmschaffenden und Zweitkameramann zu einem vielfach ausgezeichneten Kameramann des deutschen und internationalen Kinos entwickelt. Sein Weg führte von der ZHdK und der Filmakademie Baden-Württemberg über „Die Tochter“ und „Freibadsinfonie“ bis zu „In die Sonne schauen“. Besonders 2025 und 2026 wurde seine Arbeit international und national gewürdigt – mit dem Silver Frog, dem Deutschen Filmpreis, dem Bayerischen Filmpreis und einem weiteren Deutschen Kamerapreis.